Die Geschichte zu José y Josefina

Fest entschlossen, seiner Familie eine vielversprechende Zukunft zu bieten, ergreift José Blanco 1971 die Gelegenheit und verlässt die kleine spanische Stadt Ponferrada nahe León in Richtung Deutschland. Mutti Josefina bleibt mit den kleinen Kindern in der Stadt zurück und hält ihrem Mann den Rücken frei.

In Stuttgart, Paradebeispiel des deutschen Wirtschaftswunders, war schnell gut bezahlte Arbeit gefunden. Pepe, wie José liebevoll von seiner Frau genannt wird, arbeitet als Gießer bei der J. Wizemann GmbH & Co. Eine schwere Arbeit, die es ihm aber schnell ermöglicht seine geliebte Frau und die Kinder Sonia und Juan 1974 nach Deutschland zu holen. Josefina findet direkt eine Anstellung als Altenpflegerin und kümmert sich mit Hingabe um die endlich wiedervereinte Familie.

Die Blancos fühlen sich schnell in der Stadt zuhause und sie werden Stuttgarter aus Überzeugung. Ihre spanischen Wurzeln pflegt die Familie dennoch. Die Kinder besuchen neben der deutschen auch die spanische Schule und die Blancos sind fester Bestandteil der spanischen Community in Stuttgart – kein spanisches Fest auf dem José und Josefina nicht getanzt und gefeiert hätten. Überhaupt ist das Tanzen die große Leidenschaft der Eltern und die Familie ist gern gesehener Stammgast in den spanischen Lokalen der Stadt.
Die Geselligkeit der Eltern und die Freude am Miteinander erben auch die inzwischen drei Kinder – Nachzügler David wird 1982 geboren. Und weil José und Josefina an ihre Kinder glauben, verpfänden die Eltern 1993 kurzerhand ihr Haus in Spanien. Mit dem Erlös ermöglichen sie ihrem Sohn Juan die Übernahme des Billard Cafés Seven oberhalb des Wilhelmsplatzes.
Damit ist der Grundstein für den gastronomischen Erfolg der Kinder gelegt – die Familie hält eng zusammen und unterstützt sich nach Kräften. Und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. 2001 übernimmt Juan mit seinem damaligen Partner das deli und das Classic Rock Café in der Stadtmitte und der Aktionsradius vergrößert sich.
Was jetzt noch fehlen würde, wäre ein eigenes kleines spanisches Lokal mit Herz, wo man sich fühlen kann wie bei Josefina zuhause. Eines, das den Magen nährt, aber auch die Seele! Wo viel gelacht wird, wie bei Blancos Sonntags am Mittagstisch, wo man gerne noch etwas länger sitzen geblieben ist. Leider sollen die Eltern die Verwirklichung des eigenen spanischen Lokals nicht mehr erleben. 2008 stirbt José überraschend, vier Jahre später folgt Josefina ihrem Pepe. Doch in den Kindern Sonia, Juan und David lebt der Traum ihrer Eltern weiter und so zögern auch sie nicht lange, als sich die Gelegenheit Anfang 2017 hier in der Gutenbergstraße bietet.
Erheben Sie also mit uns Ihr Glas und
beban a la salud de José y Josefina!